Tula - Irish Terrier - Familienhund - Assistenzhund

Tula6Seit fast 2 Jahren lebt sie bei und mit uns - unsere Irish Terrier Hündin Tula. Wie ist seitdem unser Tagesablauf!?

Ich selbst stehe um 5:30 Uhr morgens auf. Tula schläft bei mir im Schlafzimmer in einer Box und steckt nur  einmal den Kopf aus dem offenen Boxendeckel - sie weiß inzwischen, dass ich ins Bad gehe und sie noch nicht dran ist… Fertig gemacht hole ich sie aus der Box: nun wird es interessanter: fröhlich springt sie die Treppen zu meinem jüngsten Sohn hinauf und meist - schwupp in sein Bett. Und schmiegt sich an ihn und fordert ihn zum Wachwerden und Schmusen und Toben auf! (Ein tolles Wecken!)

Als sie noch ganz klein war, sind wird dann eine Minirunde zum Pipimachen an den nächsten Grasstreifen gegangen. Inzwischen kann sie morgens länger aushalten. nur am Wochenende gehen wir noch vor dem Frühstück! So holen wir die Zeitung herein und sie bekommt ihr morgendliches Nassfutter. Brav sitzt sie bis zur Freigabe "Nimm's" und dann gibt es kein Halten mehr.

Nach dem Frühstück für die Menschen und kurzem Tula5Aufräumen fahren Tula und ich ins Büro: Sie darf als Assistenzhund (Epilepsiewarn und - begleithund) mit in die Behörde. Also ziehe ich ihr ihre Kenndecke an und wir fahren mit dem Fahrrad los. Unser Weg führt uns durch den Wald, wo sie sich lösen und natürlich austoben kann. Ca. 20 min sind wir unterwegs, je nach Jahreszeit auch im Dunkeln und in der Dämmerung.

Tula's Jagdtrieb ist nicht sehr ausgeprägt. Sie interessiert sich für Vögel (abrufbar) und Kaninchen (wenn sie ihr ins Gesicht springen), wirklich völlig und unaufhaltbar fasziniert ist sie aber nur von Eichhörnchen. So kann sie den überwiegenden Teil des Weges frei laufen.

In meinem Büro hat sie eine Box und natürlich einen Wassernapf - ein kleines Zuhause. Und arbeitet auf ihre Art und Weise: Während meiner Aktenbearbeitung, Telefonate und Besprechungen begleitet sie mich und achtet auf kleine Veränderungen: in der Stimme, im Geruch, im Verhalten, auf Vorzeichen für einen epileptischen Anfall. Im Zweifel warnt sie mich durch Anstupsen an den Extremitäten oder Zerren an der Hose und verhindert so, dass ich mich durch Stürze verletze. Sie kann außerdem aus einem Regal die Notfallmedikamente holen.

Wenn ich auf dem Boden liege, soll sie anhaltend bellen - das üben wir noch!

Tula3Nach der Arbeit fahren wir zurück, während der Arbeitszeit machen wir kleinere Pinkelpausen, bzw. gehen in der Mittagszeit durch eine nahe Flussaue in einen Park.

Am frühen Abend noch eine große Runde im Wald mit anschließender Fütterung (das gute Platinum!) und abends spät ein letzter Gang…

Dazwischen vielleicht noch Lesen oder Fernsehen - am liebsten eng angekuschelt an eines der Familienmitglieder.

Und den ganzen Tag läuft nebenbei ihre Aufgabe: Aufpassen auf mich. Für sie ist das eine Selbstverständlichkeit: sie ist völlig entspannt, gelassen und - ihrem Alter entsprechend auch noch verspielt. Sie tobt mit Kindern, anderen Hunden und doch: sie ist Tula4sehr auf mich fixiert und achtet auf mich. Ein bisschen wie ein Stalker folgt sie mir durch's Haus überall hin. Immer bereit, zur Notfallmedikation zu flitzen oder bei schlimmen Ereignissen den Hausnotrufknopf zu drücken und so den Rettungsdienst zu rufen.

Bei Anfällen legt sie sich gerne ganz dicht an mich dran. Zunächst aber riecht sie an meinem Gesicht, um den veränderten Atem wahrzunehmen. Auf Geruchsveränderungen im Zusammenhang mit Anfällen ist sie nämlich trainiert.

Als Irish zeigt sie alle häufig beschriebenen Eigenschaften: eine hohe Bindungsfähigkeit und ein großes Herz (ein echter Tröstehund, wenn jemand weint!), aber auch eine extreme Begeisterungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit. Sie ist - der historischen Entwicklung der Rasse entsprechend - bereit, die unterschiedlichsten Aufgaben (Apportieren, Bellen auf Kommando, das Haus bewachen) zu erfüllen und Aktivitäten auszuüben (Radfahren, Schwimmen), aber auch, sich den unterschiedlichsten Gegebenheiten und auch Tageszeiten anzupassen. Das heißt auch: wenn die Abläufe mal anders sind, reagiert sie gelassen und stellt sich um. Gegenüber Fremden ist sie

freundlich und aufgeschlossen.

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Für die Arbeit als Assistenzhund ist die Intelligenz und Selbständigkeit von Tula ein großer Trumpf, (muss sie doch auch bei Anfällen die Führung übernehmen und entschlossen Entscheidungen treffen!). Gleichzeitig erschwert es manchmal das Training. Hunderassen mit einem hohen "will to please" würden nie in diesem Maße Trainingsvorgaben, z.B. Wiederholungshäufigkeiten in Frage stellen. Bei dem Führen, Erziehen und Trainieren meines Hundes ist die Schaffung und Erhaltung von Motivation daher ein sehr wichtiger Aspekt. Aber: gemeinsam

haben wir beide Spaß daran!

Tula ermöglicht für mich als Epileptikerin, viele Alltagsgefahren zu vermeiden und damit die Teilnahme an vielen Lebenssituationen in Unabhängigkeit.

Für die ganze Familie ist sie als Begleitung und Spielkamerad eine große Bereicherung!

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