Antijagdtraining mit Ariane Ullrich am 22. und 23.

Ende des Jahres 2008 entdeckte meine damals 8 Monate alte Hündin „Collena“ die Jagd für sich. Nach ihrem ersten längeren, ca. 5-8 Minuten währenden Jagdausflug – der uns Angst und Nerven kostete – war klar, es musste etwas passieren. So stieß ich auf ein Buch mit dem Titel „Antijagdtraining“. Bald stellte sich heraus, dass eine der beiden Autorinnen – Ariane Ullrich –in Zossen, Land Brandenburg zu Hause ist.
Es wurde die Idee geboren eines der von ihr angebotenen Praxisseminare/Trainings unter Schirmherrschaft des Fördervereins hier in Brandenburg zu organisieren. Allen an der Vorbereitung und Durchführung Beteiligten hierfür ein herzliches Dankeschön.

Am 22. und 23.08. war es dann soweit, Irish Terrier Besitzer aus ganz Deutschland trafen sich mit anderen Hundebesitzern und Mitgliedern der DRK-Rettungshundestaffel aus der Region zum 1. Antijagdtraining unter Schirmherrschaft des Irish Terrier Fördervereins.

Antijagdtraining

Lutz Lehmann mit Beagle Marit, Ariane Ullrich mit Collena (Uli steht hinter der Kamera), Anke Mieth mit Donja, Helga Richter-Lönnecke mit Finnseach, Cosima Nettelmann mit Benita, Manuela Schröder mit Orville, Andrea Gasch mit "Mickey" sowie Corinna und Heiko Zepper mit Bela. Zusätzlich Petra Lehmann, Detlef Funke, Yvonne Finke, Diana Feller und Petra Springer, leider ohne ihre Hunde.

Das Konzept von Ariane Ullrich, diplomierte Verhaltensbiologin und erfahrene Hundetrainerin - ist dabei so einfach wie genial.

„Du kannst nicht gegen deinen Hund arbeiten sondern nur mit ihm“
Was letztlich darauf hinaus läuft, dass wir unserem Hund eigentlich nichts verbieten sondern vielmehr seinen natürlichen Jagdtrieb ausnutzen, steuern und lenken. Gerade unsere Irish Terrier müssen und können auch lernen nicht gleich loszustarten wenn irgendwo etwas wackelt – sehr schön zu sehen bei der abschließenden Kontrolle am Wild.

Antijagdtraining

Bei der abschließenden Kontrolle am Wild, zeigen Hunde und Zweibeiner was sie gelernt haben. Man sieht es hier an der durchhängenden Schleppleine, dass Collena zwar zum Wild schaut aber eben nicht in der Leine steht.

„Gemeinsam jagen ist besser als allein zu jagen – oder wenn du tust was ich will, dann tue ich was du willst, eben nur etwas langsamer und nach meinen Regeln“

„Lehrt / trainiert eure Hunde sich zu entspannen“ – Auch wenn es der eine oder die andere nicht glaubt - es geht, auch im Angesicht von potentiellen Beutetieren

Antijagdtraining

Manuela Schröder unterstützt ihren Irish Terrier Orville durch Massage, um die nötige Ruhe am verlockenden Ziegengehege zu finden.

Das Antijagdtraining von Ariane Ullrich ist stark an der Praxis orientiert - mit jeweils kurzen theoretischen Einführungen. Viele Übungen lassen sich nicht nur zur Verhinderung / Prävention der Jagd einsetzen sondern sind absolut alltagstauglich und in vielen Lebenssituationen anwendbar.

Schwerpunkte sind u. a.:

*Das Training mit der Schleppleine
und die richtige Handhabung dieser in Verbindung mit Stoppsignal, Vorstehen und vielem mehr.

Antijagdtraining

Schleppleinentraining - Bela bleibt an durchhängender Schleppleine stehen und orientiert sich an Herrchen Heiko Zepper

*Der Einsatz des Klickers als Hilfsmittel zur zeit- und passgenauen Bestätigung von gewünschtem Verhalten unserer Hunde (ein super Lehr- und Lernhilfsmittel)

Antijagdtraining

Hier Ariane Ullrich bei einer Demonstration zum Klickertraining unter Einsatz des 2-Fingertargets. Wenn der Hund die Finger mit der Nase berührt wird er mit Klick und Futter bestätigt.

*Orientierung der Hunde auf / an den Menschen, Umgang mit und Einsatz von Ressourcen

Antijagdtraining

Seniorin Finnseach hat hier unter Anleitung der Trainerin Ariane sehr schnell gelernt, dass sie - um an das Futter/Leckerli zu gelangen - warten muss bis es auf dem Boden liegt.

Antijagdtraining

Impulskontrolle statt impulsiven Verhaltens

Antijagdtraining

Benita lernte schnell, dass sie mit impulsivem Verhalten nicht ans Ziel kam - ruhig bleiben, überlegen und gemeinsam mit Frauchen Cosima Nettelmann handeln war angesagt

Auch bei unserem Seminar/Training hat sich wieder einmal bestätigt, dass 2 Tage Praxistraining mehr bringen als 2 Bücher zum Thema zu lesen. Dies zeigte sich bereits eindrucksvoll bei der einführenden „Trockenübung“ zum Schleppleinentraining. Kaum eine/r von uns konnte hier dem zutiefst menschlichen Impuls widerstehen beim Passieren des „Signalknotens“ die Hand zu schließen und somit den „Hund“ über die Leine - statt über das akustische Stoppsignal zu stoppen.

Antijagdtraining

Ariane Ullrich zieht hier die Schleppleine durch Petra Lehmanns Hand, die mit Mann Lutz und Beagle Marit am Antijagdtraining teilnahm - der "Signalknoten" für das Stoppsignal ist deutlich zu sehen.

Antijagdtraining

Was Hunde lernen und leisten können demonstrierten uns eindrucksvoll die Freunde von der DRK-Rettungshundestaffel Bad Liebenwerda zum Ende des ersten Trainingstages.
Hier Yvonne Finke mit ihrem English Springer Spaniel Rüden „Odin“ bei der Arbeit.

Antijagdtraining

Gemeinsame Gesprächsrunden in den Pausen oder bei Gegrilltem und Bier am Abend gehörten natürlich auch zum Rahmen-Programm. Viele neue Bekanntschaften und Freundschaften wurden geschlossen bzw. aufgefrischt und manch guter Tipp ausgetauscht.

Antijagdtraining

Ganz am Rande gab es für die „Interessierten“ unter den IT-Besitzern noch eine kleine Einweisung ins „Trimming“ mit den Fingern durch Anke Mieth – und dies ohne damit einem Trimmseminar Konkurrenz zu machen.Es soll hier nicht darum gehen mit dem gesamten Inhalt und Ablauf des Seminars/Trainings zu langweilen, sondern vielmehr wollen wir alle Interessierten ermutigen ggf. ein ähnliches Training unter Anleitung von Ariane Ullrich oder ein vergleichbares Praxisseminar mit ihren Hunden zu besuchen bzw. dieses zu organisieren. Denn die meisten Fehler macht der Mensch und nicht der Hund!

Ulrich Nink

Die Bilder für diesen Beitrag stellten Manuela Schröder und Uli Nink zur Verfügung.

Hier noch einige Stimmen der Teilnehmer/Innen:

Anke Mieth, Schleswig-Holstein: Ich hatte vermutet, dass Donja angesichts des Damwilds im Gehege spontan ertaubt und sofort lossprintet und war dann positiv überrascht, wie leicht sie sich ablenken ließ.
Das abschließende Lob von Ariane für all unsere Irish hat mich sehr gefreut.

Manuela Schröder, Baden-Württemberg: Es war ein sehr schönes rundum stimmiges Seminar. Die Teilnehmer wissbegierig und lernwillig, die Seminarleiterin sehr kompetent. Die Unterbringung und das Essen waren gut. Besonders der Grillabend am Samstagabend hat mir sehr gut gefallen. Ich habe sehr viel lernen können.
Manuela Schröder

Andrea Gasch, Schleswig Holstein: Zwei Tage im entfernten Brandenburg. Ein Seminar in landschaftlich sehr schöner Umgebung. Was uns wohl erwartet? Ariane Ulrich ist in der Tat erlebenswert. Ihre theoretischen und praktischen Ausführungen sind lehrreich, wobei die Übungen von meiner Fast-Seniorin Mickey so manches Mal mit dem Blick „Was soll das denn?“ quittiert wurden. Mickey ist halt schon zu gut konditioniert und abgeklärt. Nichtsdestotrotz hatte auch sie ihren Spaß beim Training mit ihren Irish - Kollegen und den zum Hotel gehörigen Katzen.
Die Stimmung war prima und die Abende unter dem Blockhausdach gemütlich.
Ein herzliches Dankeschön an Ulrich Nink für seine Organisation und an alle Beteiligten für die Super - Atmosphäre.
Andrea Gasch und Celtic Crackers Albion Angel, genannt „Mickey“

Corinna und Heiko Zepper, Niedersachsen: Wir als neue Mitglieder im IT Förderverein waren sehr erfreut andere Mitglieder und Züchter des Vereins kennenzulernen. Als Erst-Hundbesitzer waren wir für alle Ratschläge und Tipps sehr dankbar. Wir wurden herzlich aufgenommen und haben auch gleich praktische Tipps bezüglich der Trimmtechnik für unseren Hund bekommen. Danke Anke Mieth.
Das Seminar war natürlich sehr interessant und wir haben einige Anregungen mitgenommen.
Schön fanden wir natürlich, dass unsere IT’s laut Einschätzung von Ariane Ullrich bei der Frage was haben wir denn für Jäger an der Leine, Gelegenheitsjäger oder extreme Jäger, die meisten von uns einen Gelegenheitsjäger haben. Und wir mittels Impulskontrolle viel in der Hand haben. Für uns war es auf jeden Fall auch Ansporn mit dem Klickertraining zu arbeiten.
Rundum ein tolles WE. Vielen Dank für den sehr interessanten Einblick in die Rettungshundearbeit und die gute Organisation.
Heiko und Corinna Zepper mit Hund Bela

Helga Richter-Lönecke, Nordrhein-Westphalen: Dir, lieber Uli, gebührt ein herzliches Danke schön für die Planung und organisatorische Vorbereitung! Die viele Mühe lässt sich nur ermessen, wenn man selber schon einmal Ähnliches gemacht hat!
Ich fand Einstellung und Haltung von Ariane Ullrich zu ihren vierbeinigen Schülern rundherum positiv- etwas, das nicht bei allen Hundeausbildern zu erkennen ist - und so hat mir das Training viel Freude bereitet. Der Lerneifer meiner neunjährigen Finnseach, die eigentlich nur als „Ersatz“ für ihre Tochter Flottie eingesprungen war, hat mich begeistert.
Die Atmosphäre war super: wir haben konzentriert gearbeitet aber auch viele uns verbindende Gespräche geführt. Letzteres ist in der „Irish-Szene“ ja nicht unbedingt üblich.
Was mein mich als „Touri“ begleitender Mann und ich außerdem schön fanden - endlich einmal eine Veranstaltung im Osten der Republik, die uns eine uns unbekannte Gegend mit ihren Schönheiten und ihren Besonderheiten entdecken ließ.
Helga